Verein zur Wahrung der Qualität

Aufbereitung von Medizinprodukten

Für den Patient

Für Arztpraxen und Zahnarztpraxen

Gute Praxis zur Aufbereitung von Medizinprodukten in Arzt- und Zahnarztpraxen sowie bei weiteren Anwendern von Dampf-Klein-Sterilisatoren

Die Anforderungen an die Aufbereitung von Medizinprodukten im niedergelassenen, ambulanten Bereich sind im Laufe der Jahre anspruchsvoller geworden. Viele Therapiemassnahmen welche früher mit einer Spitaleinweisung verbunden waren, können heute ambulant in einer Praxis durchgeführt werden. Das Gesundheitssystem unterstützt Kurzhospitalisationen, was wiederum eine frühere Konsultation beim niedergelassenen Arzt bedeutet. Die Ärzteschaft wird somit auch mit neuen Situationen – z.B. nosokomialen (im Spital erworbenen) Infektionen – konfrontiert, welche früher praktisch nur den Spitälern vorbehalten waren.

Neue innovative Behandlungsmethoden mit technisch komplexen chirurgischen Instrumenten (z.B. Instrumente für die minimal invasive Chirurgie MIC) aber auch Erkenntnisse zu neuen Übertragungsrisiken von nicht mikrobieller Natur (Creutzfeldt-Jakob-Krankheit) und der steigende Anspruch der Patienten an die Sicherheit tragen ebenso dazu bei.

Mit dem Inkrafttreten des Heilmittelgesetzes und der revidierten Medizinprodukteverordnung per 1. Januar 2002 sowie dem Inkrafttreten der Creutzfeldt-Jakob-Verordnung per 1. Januar 2003 wurden die Anforderungen zur Wiederaufbereitung von Medizinprodukten festgelegt. Die geänderte Fassung der Medizinprodukteverordnung vom 24. März 2010 trat am 1. April 2010 in Kraft. Die schweizerische Gesetzgebung im Bereich Medizinprodukte überträgt dem Anwender eine hohe Eigenverantwortung, indem primär Zielsetzungen und der Rahmen vorgegeben sind.

Das vorliegende Papier ist eine Anleitung die darlegt, mit welchen praktischen Massnahmen gemäss dem aktuellen Stand der Technik und Wissenschaft die bestehenden gesetzlichen Vorschriften im Bereich der Wiederaufbereitung von Medizinprodukten erfüllt werden können. Es handelt sich nicht um eine gesetzliche Vorschrift, sondern um einen empfehlenden Leitfaden, der insbesondere auch zu Schulungszwecken dienen soll.

Das Dokument soll für einen sehr heterogenen Anwenderkreis – Allgemeinpraktiker, Zahnärzte, Ärzte die komplexe chirurgische Eingriffe ambulant durchführen, aber auch Podologen, Spitex, Pflegeheime, u.a.m. – als Leitfaden dienen. Einzelne Arbeitsschritte können deshalb für bestimmte Anwendergruppen als zu detailliert und für ihre Umgebung nicht nachvollziehbar erscheinen. Das Dokument soll jedoch als Hilfsmittel dienen, im eigenen Arbeitsbereich die kritischen Bereiche zu erkennen und geeignete Massnahmen zur Verbesserung der Praxishygiene zu definieren. Angesprochene Anwender sollen den für ihre Tätigkeit massgeblichen Handlungsbedarf erkennen und sich entsprechend ausrüsten und organisieren können. Entsprechende Empfehlungen der jeweiligen Fachverbände sollen – falls bestehend – mitberücksichtigt werden. Die im Papier aufgezeigten Dokumentationsmethoden dienen zudem als Beweisdokumente für allfällige Nachweisverfahren.

Mit der Umsetzung dieser Empfehlungen tragen Sie als Anwender aktiv zu einer verantwortungsvollen Praxishygiene und somit zu einer höheren Sicherheit für Ihre Patienten, Ihre Mitarbeitenden und sich selbst bei.

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